hintergründe
Nicht nur eine Idee, mehr ein Wunsch nach Leben
Jüngst erschrecken mich tagtäglich die Zustände in Afrika und speziell gerade jetzt, die Hiobsbotschaften aus Somalia: 3,6 Millionen Menschen auf der Flucht vor dem ständigen Begleiter dem Hungertot, Eltern die verzweifelt versuchen Ihre jüngsten vor dem Hungertot zu beschützen. Kinder die auf sich alleingestellt, quer durch die Wüste stapfen in der Hoffnung Zuflucht und Schutz zu finden
Zahlen die mich nicht einmal mehr in meinem Schlaf in Ruhe lassen.
Bilder die meinen Kopf seit Wochen und Monaten nicht verlassen wollen und können.
Ein persönliches Abschließen scheint hier undenkbar. Ständig in Gedanken bei denen, die seit Monaten dem Tod ins Gesicht schauen, scheinbar machtlos dagegen was kommt und noch kommen mag.Aber nur tatenlos in den Fernseher schauen und darauf hoffen, dass Gebete und der Zufall alles in Ordnung bringen?
Geld spenden ohne zu wissen, was mit dem Geld wirklich passiert? Kommt es an? Für was wird es tatsächlich verwendet?
Ich bin anders erzogen worden. Mein Vater hat immer zu mir gesagt: „Sascha, wenn Du helfen kannst und Du es willst, dann tu es. Aber tue es immer mit Bedacht, Verstand und Respekt!“
Diese Gedanken, diese Worte und Bilder schießen mir durch den Kopf.
Jedes Mal wenn der Reporter im Fernsehen vor mir sagt, dass wieder tausende Kinder und Eltern Zuflucht suchen, Hilfe und vor allem Unterstützung.
Die Helfer aus allen Herrenländern den Massen nicht Herr werden. Die Lebensmittel- und Wasservorräte nicht einmal für einen kleinen Teil ausreichen.
Was tun? Wie kann ich hier auf meiner Couch oder in meinem Büro helfen? Kann ich denn überhaupt helfen?
Fragen über Fragen und in meinem Kopf schmettert immer wieder die Antwort klar nach vorne. Ja Sascha du kannst Helfen.
Was Gott uns gibt, dass kann er uns auch wieder nehmen. Er schenkt uns das Leben und nimmt es uns wieder. Gott gab mir meine Füße um zu laufen. Gutes zu tun, Ziele zu erreichen und Träume zu verwirklich, auch wenn diese noch so weit entfernt scheinen. Bevor mir Gott dieses irgendwann wieder nimmt, gebe ich.
Sascha du zeigst den Menschen, dass jeder Einzelne von Ihnen helfen kann. Das Taten mehr sprechen als tausend Worte es vermögen zu tun. Du läufst los, immer das Ziel vor Augen, den Willen immer im Kopf. Natürlich hast Du Zweifel, es ist schließlich nicht einfach nur der Gang zum Aldi um die Ecke.
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man für sich den Entschluss gefasst hat etwas so tolles auf die Beine zu stellen und zu versuchen etwas zu bewegen. Jedoch so schön wie das Gefühl in diesem Moment ist, so schnell kommt auch das Gefühl der totalen Überforderung in mir auf.
Das kannst Du nicht alleine. Du brauchst die Klamotten, Die Verpflegung, die Unterkünfte, die Coaches, die Routen. Ich brauche einfach die volle Unterstützung.
In diesem Moment wird mir klar. Ich werde das brauchen wofür ich in einem anderen Land versuche zu kämpfen. Solidarität und Unterstützung. Ein Gefühl, als würde einem die Decke in jedem Moment auf den Kopf fallen. Nicht wissend, wohin man ausweichen kann. Dem ganzen einfach schutzlos ausgeliefert.
Ein sehr beklemmendes und beängstigendes Gefühl. Ein weiterer Grund dafür, es zu versuchen und es nicht nur beim bloßen Versuch zu belassen. Ich muss es schaffen. Es muss doch noch mehr Menschen geben die mich unterstützen. Unterstützen zu helfen.
2012 - 11500 Kilometer - 8 Monate - 2 Kontinente
walk for africa

